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Wenn Sie im Sommer mit Ihrem Hund durch Wald und Wiesen streifen sollten Sie an die Vorbeugung vor Zeckenstichen denken.
Die Zecke überträgt Infektionskrankheiten, die bekannteste: Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose.
Die Borreliose
kann von allen Zeckenarten auf den Hund übertragen werden. Zecken halten sich vor allem in Laub- und Mischwäldern, auf Lichtungen und an Waldrändern mit Gräsern und in Gebieten mit viel Buschwerk auf. Allerdings nicht über 1200m über den Meeresspiegel. Zecken werden ab +7° aktiv - also bereits schon sehr früh im Jahr, aber in der Regel von März bis Oktober.
Die bekannteste Zecke in unseren Gebieten ist der "gemeine Holzbock" (Ixodes ricinus).
Zecken sind Parasiten, die in der Entwicklung von Ei, Larve, Nymphe bis zur fertigen Zecke Blut zur Weiterentwicklung benötigen. Im Anfangsstadium saugen sie Blut bei den Nagern, wie Wald- und Wühlmäusen und Rehwild, diese haben die Bakterien in ihrem Blut, erkranken aber nicht selbst.
Im ausgewachsenen Stadium klettern Zecken in die Höhe (1.50m auf Pflanzen) und lassen sich auf vorbeistreifende Tiere fallen. Die Zecke beißt sich erst später an nicht so behaarte Stellen fest.
Der Erreger wandert dann aus dem Verdauungstrackt in die Speicheldrüse und wird beim Blutsaugen auf den Hund übertragen. Der Ausbruch der Erkrankung kann mehrere Wochen bis Monate dauern.
Symptome:
Anders als beim Menschen mit einer halbmondförmigen bis kreisrunden, feuerroten Stelle, treten beim Hund kaum Lokalreaktionen auf. Wie bei vielen Infektionen beobachtet man Fieber und Appetitlosigkeit. Später kann es zu Steifigkeit der Gliedmaßen, Lahmheiten (Paresen), Schwellungen und Schmerzen der Gelenke kommen. Auch Muskeln können betroffen sein. Im späteren Stadium können die Organe betroffen werden: Nervenentzündungen, Überempfindlichkeiten im Rückenbereich und Erkrankungen des Herz- und Nierenbereichs. Ein Nachweis der Borrelien in Blut, Liquor und Harn ist nicht möglich.
Behandlung:
Ein infizierter Hund wird über einen langen Zeitraum (4 Wochen) mit Antibiotika behandelt und zur Linderung der Schmerzen können kortisonhaltige und entzündungshemmende Schmerzmittel verabreicht werden. Es kann zu einem Rückfall und einer Reinfektion kommen.
Eine Impfung erscheint nicht sinnvoll, da der Impfstoff die falschen Borrelienarten verarbeitet.
Zeckenpräparate bewirken, dass sich weniger Zecken auf das Tier setzen und beim Saugen getötet werden. Diese Behandlungen müssen alle 4 Wochen durchgeführt werden - so genannte Spot-on Flüssigkeiten werden zwischen den Schulterblättern auf die Haut geträufelt. Dennoch sollte man den Hund nach einem Spaziergang auf Zecken untersuchen und diese bei Befall mit einer speziellen Zeckenzange entfernen. Die Zange dient dazu die Mundwerkzeuge der Zecke zu greifen und sie zu lösen. Ein Quetschen der Zecke sollte unbedingt vermieden werden, damit die erregerhaltigen Speicheldrüsen nicht entleert werden. Die komplett gelöste Zecke sollte unbedingt getötet werden, denn sie kann auch ohne Nahrung mehrere Jahre überleben. Wenn der Kopf beim Entfernen abgerissen wurde muss der Tierarzt den Kopf entfernen.
Früher wurden ÖLe, Nagellack oder Klebstoff auf die Zecke gestrichen - das ist längst überholt und bewirkt nur, dass der dadurch entstandene Stress bei der Zecke zur Absonderung des infizierten Speichels führt. ____________________________
Zecke und ihr Vorkommen:
Der gemeine Holzbock - Vorkommen in ganz Europa, v.a. in Wäldern mit viel Unterholz und dichter Graszone - aktiv von Frühjahr bis November - überträgt Borreliose. Die Auwaldzecke - Vorkommen in ganz Europa, in Flussnähe, feuchten Gebieten wie Auwäldern - aktiv von Frühjahr bis Oktober - überträgt Babesiose Braune Hundezecke - Vorkommen in warmen Klimazonen: Mittelmeerraum, oder auch in Deutschland eingeschleppt - ganzjährig aktiv - überträgt Babesiose, Hepatozoonose, Ehrlichiose.
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